Mit Sternkompetenz und Weltraumkameras auf der Erde und im All erfolgreich

„Das Gefühl nach dem ersten Satellitenstart mit einem Jena-Optronik Produkt an Bord? Freude über den Erfolg und Stolz im Projekt mitgearbeitet zu haben!“, erinnert sich Peter Bliedung, Abteilungsleiter Integration.

Das Thüringer Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Marktführer im Bereich der Lageregelungssensoren für Satelliten und einem führenden Partner für weltraumgestützte optische Subsysteme und Komponenten entwickelt. Raumfahrtmissionen mit Lösungen aus Jena haben für den internationalen Kundenstamm, aber auch für deren Kunden eine strategische Bedeutung in den satellitenbasierten Diensten, zu denen die  Erdbeobachtung, Infrastruktur, Kommunikation und Navigation zählen.

Mit heute 150 Mitarbeitern kann der Thüringer Raumfahrtspezialist die gesamte Wertschöpfungskette von der Elektronik-, Mechanik- und Optikentwicklung eines Produkts über Simulation und Software bis hin zur Integration und Test abdecken.

Die Anfangsphase des Unternehmens war geprägt von Beiträgen für wissenschaftliche Missionen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der amerikanischen NASA.

Vor allem die technische Unterstützung des DLR und die daraus resultierende enge Zusammenarbeit haben wesentliche Technologieentwicklungen ermöglicht und den Grundstein für eine Vielzahl erfolgreicher Kooperationen und die Entwicklung einer Produktbasis gelegt.

Margitta Feige, Buchhaltung, erinnert sich an den Start des in Jena entwickelten und gefertigten wissenschaftlichen Kleinsatelliten CHAMP am 15. Juli 2000: „Der CHAMP-Start wurde im Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam per live-Schaltung nach Plesetsk, Rußland übertragen. Die Beteiligten waren erwartungsfroh und sehr gespannt. Alles funktionierte reibungslos: Vom Start über das Aussetzen des Satelliten bis hin zum Ausklappen des Satellitenarmes sowie auch die Programmierung von der Erde aus, um unseren CHAMP im All auszurichten und auf die richtige Umlaufbahn zu bringen. Wir waren erleichtert und sehr stolz!“

Besonders die Lageregelungssensoren der Jena-Optronik haben zum Erfolg in den letzten 20 Jahren beigetragen. Bis heute wurden mehr als 300 Stück in den USA, Europa und Asien verkauft und das Unternehmen blickt auf 500 Jahre in-Orbit-Erfahrung mit Stern- und Sonnensensoren. Der Grundstein für die Sternsensorik in Jena wurde bereits in den späten 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gelegt.

„Mit dieser Erfahrung im Rücken galt es, mit Gründung der Jena-Optronik und der nun zur Verfügung stehenden Technologie-, Material und Bauteilbasis, sozusagen aus dem Kaltstart, im internationalen Wettbewerb Sichtbarkeit zu zeigen und wettbewerbsfähig zu sein.  1992 hat niemand auf die Jena-Optronik Sternsensoren gewartet. Die Märkte waren bereits besetzt. Der Markteinstieg konnte nur durch technologische Überlegenheit, ein hoch motiviertes Mitarbeiterteam, Know-how und durch die selbstbewusste Überzeugung, es schaffen zu können, erreicht werden“, blickt Dr. Uwe Schmidt, Chefentwickler Sternsensor ASTRO 15, auf die Anfänge im Unternehmen zurück.

In den vergangenen Jahren wurde auf Basis der technischen Möglichkeiten und Marktanforderungen eine international wettbewerbsfähige Familie von hoch präzisen und robusten Sternsensoren vom Typ ASTRO entwickelt, welche für breite Anwendungsbereiche im LEO (Low Earth Orbit) und geostationären Orbit geeignet sind, aber auch zu einem wirtschaftlichen Erfolg für die Thüringer geworden sind.

Dr. Harald Bruhn, wirtschaftlicher Geschäftsführer Jena-Optronik: „Wir sind ein innovativer und verlässlicher Partner und haben uns eine bemerkenswerte Position in unserem Markt erarbeitet. Ganz wesentliche Bausteine dieser Entwicklung waren bis heute die Sternsensoren ASTRO 10 und ASTRO 15. Um diese Position auszugestalten, haben wir die nächste Generation Sternsensor, den ASTRO APS, als neue nachhaltige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Jena-Optronik erfolgreich im Markt platziert.“    

Die technisch anspruchsvollen und hochkomplexen Produkte werden auf eben solchen Raumfahrtmissionen der bedeutendsten Satellitenhersteller weltweit eingesetzt. Die exakt in Ihrer Lage ausgerichteten Satelliten können zuverlässig ihre Aufgaben im Bereich Kommunikation, globaler Navigation, für die Erdbeobachtung und der bemannten Raumfahrt erfüllen.

 „So groß der Weltraum auch ist, für Ungenauigkeiten ist kein Platz“, Dietmar Ratzsch, Geschäftsführer Jena-Optronik. „Durch die Qualität unserer Produkte und die Qualität unseres Teams haben wir es geschafft, einen internationalen Kundenstamm aufzubauen und diesen über Jahre äußerst stabil zu bedienen, zu binden und auszubauen. Ich freue mich, den zwanzigsten Geburtstag der Jena-Optronik mit allen Mitarbeitern und deren Familien im Rahmen eines Sommerfestes begehen zu können. Ich blicke aber auch mit Freude auf die uns bevorstehenden Projekte und spannenden Missionen, welche wir mit unseren Lösungen unterstützen dürfen.“

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