Japanisch-Deutsche-Kooperation für ein perfektes Rendezvous im All

Hochgenaue Sensoren ermöglichen die sichere Annäherung an Objekte im Weltraum. Der Jena-Optronik Rendezvous and Docking-Sensor (RVS) ist für diesen Anwendungsbereich der am meisten verwendete LIDAR Sensor und ermöglicht das Andocken an die Internationale Raumstation ISS. Über 40 dieser Sensoren wurden bereits an Kunden in den Vereinigten Staaten, Japan und Europa geliefert. Mehr als 30 davon wurden bereits auf den unbemannten Raumtransportern Transportfahrzeugen ATV (kurz für Autonomous Transfer Vehicle) der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, dem amerikanischen Cygnus und dem japanischen HTV erfolgreich im All eingesetzt und haben ihre Leistungsfähigkeit auf Versorgungsflügen zur ISS auf allen Flügen fehlerfrei unter Beweis gestellt. Das H-II Transfer Vehicle (kurz: HTV) ist ein autonomer, sprich unbemannter Transporter, welcher von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA betrieben wird.

 

“Seit 2009 sind an Bord eines jeden HTV zwei unserer Rendezvous- und Docking-Sensoren, welche den Raumtransporter zuverlässig an das SSRMS der Raumstation (Space Station Remote Manipulator System), auch bekannt unter dem Namen Canadarm2, führen“, erklärt Dr. Florian Kolb, Abteilungsleiter LIDAR-Systeme bei Jena-Optronik. „Das japanische HTV ist ein wesentlicher und wertvoller Beitrag zur bemannten Raumfahrt, denn es stellt die Versorgung der Astronauten auf der ISS sicher. Das nächste und somit sechste HTV soll in einigen Monaten starten und hat darüber hinaus eine besondere Aufgabe: HTV-6 hat eine Li-Ionen Batterie an Bord, welche die Lebensdauer der Raumstation verlängern wird.“

 

Darüber hinaus werden die nächsten zwei Missionen ebenfalls den RVS einsetzen und bis 2020 die Versorgung der ISS mit jeweils 4,5 Tonnen Nutzlast (Lebensmittel, Wasser, wissenschaftliche Experimente) ermöglichen.

 

Hans Knut Raue, Vertriebsleiter bei Jena-Optronik unterstreicht die Bedeutung des HTV für die Jenaer: „Die Kooperation mit der japanischen Raumfahrtindustrie und -agentur ist einer der Erfolgsfaktoren des RVS und hat den Sensor zum weltweit führenden Produkt auf seinem Gebiet gemacht. Die japanische Ingenieurskunst ist weltweit bekannt dafür, dass sie besonders herausfordernde und strenge Standards setzt. Diese haben zweifelsohne zu den makellosen Missionserfolgen des RVS beigetragen.“

 

Basierend auf der RVS Erfolgsgeschichte hat die Jena-Optronik bereits die neueste Generation des Rendezvous- und Docking-Sensors entwickelt. Der neue RVS3000, ein 3D LIDAR, baut auf den bei der Entwicklung, Herstellung, Test und Nutzung des RVS gewonnenen Erfahrungen auf. Bei der im Oktober stattfindenden Luft- und Raumfahrtausstellung „Japan Aerospace Exhibition“ in Tokio wird der RVS3000 erstmals auf dem japanischen Markt präsentiert und als zukünftige Lösung für die neue Generation der HTV Transportfahrzeuge vorgestellt.

 

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